Gemeinsam für eine bessere Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Vernetzt4Kids ist ein durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördertes Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung pädiatrischer Versorgungsnetzwerke in Deutschland. 

Vernetzt4Kids – Ein Modell für pädiatrische Netzwerke in Deutschland – G-BA Innovationsfonds 

Kinder und Jugendliche mit komplexen oder seltenen Erkrankungen benötigen häufig die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Einrichtungen und Berufsgruppen. Pädiatrische Netzwerke leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie Expertise bündeln, die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Praxen fördern und innovative Versorgungsformen – beispielsweise telemedizinische Angebote – ermöglichen.

Im Projekt Vernetzt4Kids werden vier etablierte pädiatrische Netzwerke wissenschaftlich untersucht und miteinander verglichen. Ziel ist es, Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren zu identifizieren, die zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen beitragen. Hierzu werden klinische Daten, Struktur- und Prozessdaten sowie Erfahrungen von Patient*innen, Sorgeberechtigten und Gesundheitsfachkräften ausgewertet.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wird ein übertragbares Modell für erfolgreiche pädiatrische Netzwerke entwickelt. Dieses soll dazu beitragen, die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen nachhaltig zu stärken und den Zugang zu spezialisierter Versorgung für Kinder und Jugendliche unabhängig vom Wohnort zu verbessern.

Vernetzt4Kids verbindet Versorgungsforschung, Implementierungsforschung und die Perspektiven von Patient*innen, Familien und Gesundheitsfachkräften, um die Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland langfristig zu fördern.

Teamvorstellung

Prof. Dr. Neeltje van den Berg
(Konsortialführung)

neeltje.vandenberg@uni-greifswald.de

Luisa Tischler 
(administrative und koordinierende Aufgaben, wissenschaftliches Projektteam)

luisa.tischler@med.uni-greifswald.de

Aletta Boerkoel 
(wissenschaftliches Projektteam)

aletta.boerkoel@med.uni-greifswald.de

Pia Binder
(administrative und koordinierende Aufgaben, wissenschaftliches Projektteam)

pia.binder@med.uni-greifswald.de

Prof. Astrid Bertsche
(Ärztliche Leitung)

astrid.bertsche@med.uni-greifswald.de

Sarah Heimbuch
(wissenschaftliches Projektteam)

sarahlena.heimbuch@med.uni-greifswald.de

Prof. Dr. Steffen Fleßa

Prof. Dr. rer. pol. Steffen Fleßa 
(Antragsteller AP5, Lehrstuhlinhaber, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement )

steffen.flessa@uni-greifswald.de

Dr. rer. pol. Markus Krohn
(Antragsteller AP5,
Wissenschaftlicher Mitarbeiter ab 07/27)

markus.krohn@uni-greifswald.de

Christin Juhnke
(Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

christin.juhnke@uni-greifswald.de

Prof. Dr. Mario Rüdiger
(Projektleiter)

Mario.Ruediger@ukdd.de

Arite Koch
(Projektverwaltung)

Arite.Koch@ukdd.de

Marie Avinov
(Projektkoordination)

Marie.Avinov@ukdd.de

Ute Manz
(Projektkoordination)

Ute.Manz@ukdd.de

Dr. Stefan Winkler
(Projekleitung)

stefan.winkler@ukdd.de

Prof. Dr. Sebastian Brenner
(Projekleitung)

sebastian.brenner@ukdd.de

Alina Mohr
(Koordination und wissenschaftliche Begleitung)

alinadominique.mohr@ukdd.de

Dr. Michael Sasse
(Leiter PIN)

sasse.michael@mh-hannover.de

Dr. Henning Rathert
(med./techn. Leitung telePIN)

rathert.henning@mh-hannover.de

Dr. Nele Rieke
(Koordination und wissenschaftliche Begleitung)

rieke.nele@mh-hannover.de

Gesundheitsökonomische Analysen

Ziel dieses Arbeitspakets ist es, stabile und langfristig tragfähige Finanzierungsmodelle für Versorgungsnetzwerke zu entwickeln. Zunächst wird untersucht, welche wirtschaftlichen Daten in den beteiligten Netzwerken bereits vorhanden sind. Dazu gehören zum Beispiel Informationen zu Kosten, erbrachten Leistungen, eingesetzten Ressourcen und bisherigen Finanzierungsformen. Außerdem wird geprüft, ob diese Daten ausreichen, um Leistungen im bestehenden Finanzierungssystem zu berechnen – und an welchen Stellen noch Verbesserungen nötig sind.

Auf dieser Grundlage wird ein praxisnahes Online-Modul mit dem Titel „Kostenkalkulation und Finanzierung“ entwickelt. Es hilft den Beteiligten in den Netzwerken, die Kosten einzelner Leistungen systematisch zu berechnen und passende Finanzierungswege zu finden. Dabei werden bewährte Methoden der Kostenrechnung eingesetzt, um realistische Ergebnisse zu erzielen. Zusätzlich wird untersucht, wie sich Veränderungen – etwa bei Fallzahlen oder Personalkosten – auf die Wirtschaftlichkeit auswirken. Im letzten Schritt werden alle Ergebnisse zusammengeführt. Daraus werden konkrete Empfehlungen für die zukünftige Finanzierung der Netzwerke abgeleitet. Diese basieren sowohl auf den Erfahrungen aus der Praxis als auch auf internationalen Beispielen innovativer Finanzierungsmodelle. Die Empfehlungen richten sich vor allem an Entscheidungsträgerinnen in Politik und Selbstverwaltung und sollen helfen, faire, transparente und leistungsorientierte Finanzierungsstrukturen zu schaffen. Insgesamt unterstützt das Arbeitspaket Netzwerke dabei, ihre Leistungen wirtschaftlich tragfähig zu planen und dauerhaft in hoher Qualität anzubieten.

Verantwortlich für das Arbeitspaket:
Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement, Universität Greifswald
Prof. Dr. Steffen Fleßa, Dr. Markus Krohn, Christin Juhnke

 03834 420 2457
 gesundheit.management@uni-greifswald.de
 Lehrstuhl-Homepage

PIN & TelePIN

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Regionales Telepädiatrisches Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern und Nord-Brandenburg

Strukturierte, versorgungsebenen-, disziplin- und fächerübergreifende Betreuung Schwangerer und Neugeborener

Durch das „Versorgungsnetz Sichere Geburt“ wird hochschulmedizinische Expertise in der Versorgungsregion Ostsachsen zur Verfügung gestellt und ermöglicht eine telemedizinische Betreuung von Schwangeren, Früh- und kranken Neugeborenen und deren Familien. Als regionaler perinatalmedizinischer Kompetenzverbund ermöglicht es – transsektoral, multidisziplinär und interprofessionell – die konkrete Umsetzung des Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ und gewährleistet hohe Versorgungsicherheit in der Region.

Dafür schließen sich ambulante und stationäre Einrichtungen unterschiedlicher Versorgungsstufen Sachsens zusammen, um besondere Herausforderungen in der Perinatalmedizin, wie der Erstversorgung und Betreuung von kranken Früh- und Neugeborenen sowie der psychosozialen Unterstützung der Familien dieser Kinder, sicherzustellen. Am Ende des Projektes erfolgt die Evaluation durch das Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.

Zum Erreichen der Ziele des Versorgungsnetz Sichere Geburt werden insgesamt 5 telemedizinische Interventionsbündel (IB#1 – IB#5) bei den beteiligten Leistungserbringenden etabliert, die sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting zur Anwendung kommen:

  • IB#1 – Multidisziplinärer, transsektoraler, interprofessioneller Versorgungsplan für Risikoschwangere
  • IB#2 – Neonatale Reanimation
  • IB#3 – Neonatales Antibiotic Stewardship
  • IB#4 – Einrichtungsübergreifende Versorgung Früh- und kranker Neugeborener
  • IB#5 – Einrichtungsübergreifende psychosoziale Elternunterstützung

Mit Hilfe der Interventionsbündel kann den Versorgungseinrichtungen in der Region per Videoschaltung Unterstützung durch die Spezialisten und Spezialistinnen des Universitätsklinikums Dresden zur Verfügung gestellt werden. Auch niedergelassene Perinatalmedizinier*innen können gemeinsam mit den von ihnen betreuten Schwangeren telemedizinische Unterstützung erhalten. 

Projektlaufzeit: 01.10.2022 – 31.03.2026

Projektbeteiligte

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung

AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen

5 niedergelassene Pränatalmediziner*innen

8 regionale Partnerkliniken

Kontakt Projektleitung:

Prof. Dr. med. Mario Rüdiger

Gründungsdirektor Zentrum für feto/neonatale Gesundheit

0351 458 3640

 mario.ruediger@ukdd.de

  Zentrum für feto/neonatale Gesundheit

 

Kontakt Evaluation des Projektes:

Dipl.-Ing. Gabriele Müller

Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung
 0351 458-5637
  gabriele.mueller@ukdd.de

 

Förderung:

Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses

 

Publikationen:

Hense, H., Mathiebe, J., Helfer, S. Glaubitz, R., Rüdiger, M., Birdir, C., Schmitt, J., Müller, G. (2024). Evaluation of the telemedical health care network “SAFE BIRTH” for pregnant women at risk, premature and sick newborns and their families: study protocol of a cluster-randomized controlled stepped-wedge trial. BMC Health Serv Res 24, 200. https://doi.org/10.1186/s12913-024-10667-z

Kaufmann, M., Eckart, F., Rüdiger, M., Birdir, C., & Mense, L. (2023). Telemedical support of feto-neonatal care in one region – Part I: Demand analysis using the example of East Saxony. Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, 227(1), 17–23. https://doi.org/10.1055/a-1977-9030

Eckart, F., Kaufmann, M., Rüdiger, M., Birdir, C., & Mense, L. (2023). Telemedical support of feto-neonatal care in one region – Part II: Structural requirements and areas of application in neonatology. Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, 227(2), 87–95. https://doi.org/10.1055/a-1977-9102

Eckart, F., Kaufmann, M., O’Donnell, C. P. F., Mense, L., & Rüdiger, M. (2023). Survey on currently applied interventions in neonatal resuscitation (SCIN): A study protocol. Frontiers in Pediatrics, 10, 1056256. https://doi.org/10.3389/fped.2022.1056256

Eckart, F., Kaufmann, M., Mense, L., & Rüdiger, M. (2025). Descriptive dataset analysis of a survey on currently applied interventions in neonatal resuscitation (SCIN). Resuscitation, 208, 110536. https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2025.110536

Abwanderungen und sinkende Geburtenraten lassen die Zahl der Kinder in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zurückgehen. Insbesondere in ländlichen Gebieten kann oft keine wohnortnahe kinderärztliche Versorgung mehr gewährleistet werden. Pädiatrische Praxen befinden sich überwiegend in den Städten, kleinere Krankenhäuser können Abteilungen für Kinderheilkunde kaum noch wirtschaftlich betreiben und haben große Schwierigkeiten, offene Stellen im Bereich Pädiatrie zu besetzen.
Im Projekt RTP-Net wurde ein telepädiatrisches Netzwerk zwischen pädiatrischen Abteilungen und Kliniken in der Region aufgebaut, um die regionale pädiatrische Versorgung zu unterstützen und zu verbessern. Innerhalb des Netzwerkes wurden vier telemedizinische Funktionalitäten zur Verfügung gestellt:

Telemedizinischen Triage: standardisierte Beurteilung der Behandlungsdringlichkeit von Kindern, die die Notaufnahme eines Krankenhauses ohne verfügbaren Kinderarzt aufsuchen, über ein Videokonferenzsystem

Spezialfachärztliche Videokonsultation: Konsultation zwischen Ärzt*innen in Bezug auf spezialfachärztliche Fragestellungen (z.B.: Mitbeurteilung eines EEGs), wenn der Subspezialist vor Ort nicht verfügbar ist

Virtuelle Facharzthintergrundfunktion: Telekonsultation durch einen Telepädiater, wenn die entsprechenden Fachärzte zum Behandlungszeitpunkt vor Ort nicht verfügbar sind

Videosprechstunde: Konsultation zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten zu Hause über ein Videokonferenzsystem
Die Implementierung des telemedizinischen Netzwerks mit seinen Funktionalitäten erfolgte im Rahmen einer prospektiven, nicht-kontrollierten Studie unter Alltagsbedingungen. Während der Beobachtungszeit wurden formative Prozessanalysen durchgeführt und die Prozesse und Angebote auf dieser Basis entsprechend angepasst.


Projektlaufzeit: 04/2020 – 03/2024

Projektbeteiligte:
Institut für Comunity Medicine der Universitätsmedizin Greifswald
Lehrstuhl für ABWL und Gesundheitsmanagement der Universität Greifswald
Kanzlei für Medizin- und Gesundheitsrecht Dr. Dr. Thomas Ruppel Lübeck
13 regionale Partnerkliniken

Kontakt Projektleitung:
Prof. Dr. Neeltje van den Berg
Institut für Community Medicine/Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health
Ellernholzstraße 1-2, 17475 Greifswald
Tel.: 03834867771
Mail: neeltje.vandenberg@uni-greifswald.de

Förderung:
Gemeinsamer Bundesausschuss – Innovationsfonds 

Publikationen:
Tischler L, Pfeuffer N, Jordan Y, et al. A Regional Tele-Paediatric Network (RTP-Net) in the northeast of Germany-results of an implementation study. BMC Health Serv Res. 2025;25(1):1201. Published 2025 Sep 17. doi:10.1186/s12913-025-13097-7

Heimbuch S, Tischler L, Beyer A, et al. Telemedicine in paediatrics: acceptance and satisfaction from parents‘ perspective. Telemedizin in der Pädiatrie – Akzeptanz und Zufriedenheit aus Elternperspektive. Gesundheitswesen. 2025;87(S 03):S317-S323. doi:10.1055/a-2543-3179

Pfeuffer N, Beyer A, Tischler L, et al. Implementation of a tele-paediatric network in hospitals in a rural region: A mixed methods implementation study. Digit Health. 2025;11:20552076251350924. Published 2025 Jul 20. doi:10.1177/20552076251350924

Kinder Tele-Intensivnetzwerk Sachsen

Das Kinder Tele-Intensivnetzwerk Sachsen (KIdS) vernetzt Kinderkliniken im Freistaat Sachsen. Der Fokus des Netzwerks liegt auf der pädiatrischen Versorgung kritisch kranker Kinder und Jugendlichen im Alter von 28 Tagen bis 18 Jahren, die in den beteiligten Partnerkliniken behandelt werden.

Initiiert vom Team der pädiatrischen Intensivstation der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKD), verfolgt das Modellprojekt das Ziel, die flächendeckende, sektorenübergreifende und stationäre Kindernotfallversorgung zu optimieren. Die Arbeit des Netzwerks basiert dabei auf vier Modulen:

  1. Telemedizin: Bereitstellung hochschulmedizinischer Expertise via digitaler Konsile.
  2. Pädiatrischer Intensivtransport: Sicherstellung spezialisierter Transportmöglichkeiten.
  3. Weiterbildung: Kontinuierliche Qualifizierung des medizinischen Personals vor Ort.
  4. Wissenschaftliche Evaluation: Nachweis des maßgeblichen Nutzens des Projektes durch wissenschaftliche Begleitforschung.
 

Das Netzwerk besteht aus dem Zentrum am UKD und 16 Partnerkliniken in Sachsen.

Hinweis zur Karte: Die Klinik in Freital war als 17. Partnerklinik über den Hauptförderzeitraum (2022 – 2024) am Netzwerk beteiligt, musste jedoch in der Zwischenzeit geschlossen werden und ist daher nicht mehr Teil des Netzwerks.

 

 

Die Module des Netzwerks

1. Telemedizin-Netzwerk
Das zentrale Modul ermöglicht Partnerkliniken den 24/7-Zugriff auf kinderintensivmedizinische Expertise des UKD. Mittels Telemedizin-Workstations werden neben der audio-visuellen Kommunikation auch radiologische Bilddaten (z. B. Röntgen, CT, MRT) sowie eine cloudbasierte, standardisierte Dokumentation ermöglichen. Nach Erkennung eines kritischen Zustands mittels klinischer Scoring-Systeme erfolgt über eine zentrale Telefonnummer die telemedizinische Untersuchung mittels fernsteuerbarer Videokamera. Diagnostische und therapeutische Schritte werden vereinbart und den Partnerkliniken schriftlich zur Verfügung gestellt. Je nach medizinischem Zustand kann die weitere Behandlung wohnortnah unter telekonsiliarischer Begleitung erfolgen oder eine sofortige Verlegung veranlasst werden.

2. Pädiatrischer Intensivtransport
Im Rahmen von KIdS wurde eine bislang fehlende Transport-Struktur für kritisch kranke oder beatmete Kinder etabliert. Nach telemedizinischer Indikationsstellung und Primärversorgung vor Ort werden intensivpflichtige Patienten in ein geeignetes Zentrum verlegt. Das 24/7 verfügbare Transport-Team des UKD besteht aus einer/einem pädiatrischen Intensivmediziner*in und einer Pflegefachkraft. Je nach Dringlichkeit und Stabilität besetzt das Team Rettungsmittel (RTW, ITW oder Hubschrauber) und ergänzt deren Ausstattung mit speziellem pädiatrischem Equipment. Eine Kooperation besteht dabei mit dem DRF-Intensivtransporthubschrauber Christoph 62, der auch eigenständig pädiatrische Intensivverlegungen durchführt.

3. Weiterbildung
Um Patienten in Notfallsituationen qualitativ hochwertig zu versorgen und die Zeit bis zum Eintreffen des Transport-Teams zu überbrücken, wird das Vorgehen praxisnah – mit und ohne telemedizinische Unterstützung – simuliert und trainiert. Das Modul umfasste für die Partnerkliniken kostenlose EPALS-Kurse (European-Paediatric-Advanced-Life-Support) des ERC (European Resuscitation Council) zur Schulung in der Versorgung kritisch kranker sowie reanimationspflichtiger Säuglinge und Kinder. In den zweitägigen Kursen wurden die Teilnehmenden umfassend in der Versorgung kritisch kranker und reanimationspflichtiger Säuglinge und Kinder geschult. Zudem werden im Rahmen strukturierte Audits die lokalen Notfallkonzepte sowie das vorgehaltene Equipment für Kindernotfälle in den Partnerkliniken abgestimmt.

4. Wissenschaftliche Evaluation
Die wissenschaftliche Evaluation wird vom Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) durchgeführt. Zu Beginn des Projekts wurden im Rahmen von Workshops mit den Partnerkliniken spezifische regionale Versorgungsziele abgestimmt und Qualitätsindikatoren definiert. Untersucht werden neben der deskriptiven Beschreibung des Netzwerks auch die Akzeptanz, Anwendbarkeit sowie die psychische Belastung von Leistungserbringenden und Patient*innenfamilien. Diese Ergebnisse dienen als Grundlage für die angestrebte Überführung des Projektes in die Regelversorgung, wobei den Evaluationsergebnissen notwendige Aufwände gegenübergestellt werden.

Finanzierung
Das Projekt wurde für einen Zeitraum von drei Jahren (2022–2024) vom Freistaat Sachsen gefördert.

Team und Kontakt

Prof. Dr. Sebastian Brenner 
 Projektleitung KIdS
 Leiter Kindernotfallzentrum und Bereich Pädiatrische Intensivmedizin, UKD
 sebastian.brenner@ukdd.de

Dr. Stefan Winkler 
 Projektleitung KIdS
 Oberarzt pädiatrische Intensivmedizin, UKD
 stefan.winkler@ukdd.de

Franziska Waurig
 Projektkoordination KIdS
 
Gesundheits- und Krankenpflegerin
 franziska.waurig@ukdd.de

Alina Mohr
 
Projektkoordination Vernetzt4Kids (KIdS)
 
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin
 alinadominique.mohr@ukdd.de

Publikationen

Mathiebe, J., Müller, G., Schmitt, J., Brenner, S., Winkler, S., Schawohl, A., … & Scheibe, M. (2025). How to Evaluate a Regional Telemedical Care Network Focusing on Critically Ill Children? Results from the Consensus-Based Development of an Evaluation Design. Children12(3), 313. DOI: 10.3390/children12030313

Winkler, S., Schawohl, A., Waurig, F., Busch, D., Beer, A., Galow, L., … & KIdS Study Group Brehme Heinz Faas Dirk Händel Norman Hennig Bert Heubner Georg Hofmann Monika Huster Conny Kahleyss Sabine Kersak Janos Meister Jochen Meyer Ulf Müller Katalin Reck Heike Stadthaus Daniel Wetzel Ulrike Winkler Ulf Zügge Ulrich. (2025). Verbesserung der flächendeckenden Versorgung kritisch kranker Kinder durch Telemedizin und pädiatrische Intensivtransporte: das Kinder Tele-Intensivnetzwerk Sachsen. Monatsschrift Kinderheilkunde173(10), 856-866. https://doi.org/10.1007/s00112-025-02263-0

Informationen für Studienteilnehmende

Ihre Meinung ist uns wichtig

Vernetzt4Kids ist ein vom Bund gefördertes Forschungsprojekt. Ziel des Projektes ist es, herauszufinden, welche Faktoren zum Erfolg oder Misserfolg pädiatrischer Gesundheitsnetzwerke beitragen und wie Netzwerke zukünftig noch besser gestaltet und umgesetzt werden können.

Gesundheitsnetzwerke können dazu beitragen, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen – insbesondere in ländlichen Regionen – zu verbessern. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Perspektive von medizinischen Fachkräften und Netzwerkverantwortlichen zu berücksichtigen, sondern auch die Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen, die diese Versorgung nutzen.

Warum Ihre Teilnahme wichtig ist

Das Projekt verfolgt einen partizipativen Forschungsansatz. Das bedeutet: Die Erfahrungen und Perspektiven verschiedener Beteiligter sollen von Anfang an in die Forschung und die Entwicklung des Netzwerkmodells einbezogen werden.

Daher sind für uns insbesondere die Perspektiven von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie von Eltern und Sorgeberechtigten wichtig.

Mit Ihrer Teilnahme möchten wir unter anderem erfahren:

  • Wie bekannt sind bestehende pädiatrische Gesundheitsnetzwerke?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit solchen Netzwerkstrukturen gemacht?
  • Welche Bedürfnisse und Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit und Vernetzung in der pädiatrischen Versorgung?
  • Welche Strukturen und Angebote könnten die Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus Ihrer Sicht verbessern?
  • Welche Faktoren sind aus Ihrer Sicht wichtig, damit ein Gesundheitsnetzwerk gut funktioniert und langfristig bestehen kann?

Ihre Einschätzungen helfen uns dabei, Bedarfe besser zu verstehen und zukünftige Netzwerkstrukturen stärker an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sowie der an der Versorgung beteiligten Ärztinnen und Ärzte auszurichten.

Was geschieht mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse Ihrer Befragung fließen in die Entwicklung eines generischen, modularisierten Modells für pädiatrische Gesundheitsnetzwerke ein.

Auf Grundlage der im Projekt gewonnenen Erkenntnisse soll ein Online-Manual entwickelt werden. Dieses soll zukünftig als Orientierungshilfe für den Aufbau, die Implementierung, den Betrieb und die Weiterentwicklung erfolgreicher pädiatrischer Gesundheitsnetzwerke dienen.

Dabei sollen unter anderem Empfehlungen und praktische Hilfestellungen zu verschiedenen Bereichen der Netzwerkarbeit entstehen.

Ihre Perspektive trägt somit dazu bei, dass bei der Entwicklung dieser zukünftigen Netzwerkstrukturen nicht nur wissenschaftliche und organisatorische Aspekte, sondern auch die Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden, die an der pädiatrischen Versorgung beteiligt sind oder sie in Anspruch nehmen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit Ihrer Teilnahme leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der pädiatrischen Versorgung und zur Entwicklung von Gesundheitsnetzwerken, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Beteiligten orientieren.